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Simultandolmetschung - so funktioniert die Technik


1. Sprecher

Hier, am Beginn des "Signalflows" werden die Inhalte eingefangen.

Der Vortragende spricht am Podium in die Funkmikrofone. Dabei spielt es keine Rolle, ob er das sitzend tut, ob er steht oder sich dabei bewegt. Wünscht der Vortragende die Möglichkeit aufzustehen und seine Erklärungen eventuell an Hand einer Präsentationsleinwand zu verdeutlichen, kommen tragbare Mikrofone oder Ansteckmikrofone zum Einsatz.

Ansteckmikrofone bieten den Vorteil, dass sie fast unsichtbar an der Bekleidung befestigt werden können und größtmögliche Flexibilität bei höchster Bedienerfreundlichkeit und minimaler Sichtbarkeit bieten. Oder man wählt ein Headset. Es bietet dieselben Vorteile wie ein Ansteckmikrofon, wirkt dabei aber sportlich und jugendlich - eine Frage des Profils, das man sich und der Veranstaltung verleihen will.


2. Weiterleitung

In der Nähe der Dolmetschkabinen kümmert sich der Tonmeister am Mischpult um die korrekte Weiterleitung der Signale.

Von den Mikrofonen gelangen die Signale über Funk (manchmal auch über Kabel, je nach technischem System, das eingesetzt wird) zum Mischpult. Hier sitzt der Techniker, der den Vortrag überwacht und für die korrekte Schaltung der Mikrofone und Beschallungsanlagen sorgt. Er verfolgt den Vortrag oder die Diskussion genau, "öffnet" die Mikrofone derjenigen, die gerade sprechen und trennt die Mikrofone jener, die ihren Vortrag oder ihre Wortmeldung beendet haben.

Der Techniker leitet das Originalsignal zum richtigen Dolmetscher. Dieser hört über Kopfhörer den Vortragenden und spricht simultan die Dolmetschung in sein Mikrofon. Nun muss das Signal der Dolmetschung zum Publikum gelangen. Das erfolgt über einen Sender, der mit Infrarotstrahlern verbunden ist. Diese sorgen für die Infrarot-Übertragung zu den Kopfhörern des Publikums.

Das Originalsignal schickt der Techniker außerdem zurück zur Bühne, wo es über eine Beschallungsanlage für das Publikum hörbar wird. So können jene Zuhörer, die die betreffende Sprache verstehen, auf die Dolmetschung verzichten und den Vortrag im Originalton hören.

Doch der Techniker tut mehr als nur für die korrekte Schaltung der Signale zu sorgen. Er kümmert sich auch um eine perfekte Tonqualität, die gute Verständlichkeit des Signals. Der Techniker ist also im Idealfall nicht nur ein "Kabelverleger", sondern wie bei uns ein ausgebildeter Tontechniker.


3. Zuhörer

Über Kopfhörer ist das Dolmetschsignal im gesamten Saal hörbar.

Die Infrarotstrahler sorgen für eine flächendeckende "Ausleuchtung" des Saals, das heißt sie verbreiten die Dolmetschung im gesamten Raum. Die Zuhörer haben einen Empfänger, an den ein Kopfhörer angeschlossen ist. Wird in mehrere Sprachen zugleich gedolmetscht, können die Zuhörer am Empfänger einstellen, welchen Kanal, das heißt welche Dolmetschung, sie hören möchten. Die Bedienung des kleinen Empfängers ist einfach und wird in der Regel ohne vorherige Anleitung von den meisten Zuhörern verstanden. Auch die Lautstärke lässt sich am Empfänger einstellen.